"Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe"

Papenburg gehört auch dem Bündnis "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe" an.

Auch Papenburg beteiligt sich an der Kampagne "Städte für das Leben - Städte gegen die Todesstrafe." Seit Beginn der Kampagne wurden in den vergangenen 14 Jahren in über 100 Ländern mehrere Tausend Aktionen durchgeführt (im vergangenen Jahr 2014 ca. 2000), bei denen der Einsatz für eine Welt ohne Todesstrafe im Mittelpunkt steht. Die beteiligten Städte möchten ein Zeichen setzen und dazu aufrufen, dass die Rechtssysteme weltweit das menschliche Leben in allen Phasen und unter allen Umständen achten. Der internationale Tag „Cities for Life” verfolgt das Ziel einer kulturellen Mobilisierung der Bürger für mehr Menschlichkeit. In Deutschland unterstützen 160 Städte die Kampagne und organisieren unterschiedliche Events. Insbesondere bringen sie durch die besondere Beleuchtung von bekannten Gebäuden ihre Unterstützung der weltweit größten Bürgermobilisierung gegen die Todesstrafe zum Ausdruck.

Im Dezember 2007 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum ersten Mal in der Geschichte mit großer Mehrheit eine Resolution für ein universales Moratorium der Todesstrafe verabschiedet, die im Dezember 2014 mit noch größerer Zustimmung zum wiederholten Male bestätigt wurde.


Im Oktober dieses Jahres fand auf Einladung von Sant’Egidio im Parlament Japans, das die Todesstrafe beibehält, eine wichtige Tagung mit Vertretern von Menschenrechtsorganisationen und staatlichen Behörden über Möglichkeiten statt, diese Kampagne in Asien weiter zu fördern und Wege in Richtung einer Abschaffung der Todesstrafe zu finden. Mittlerweile haben 140 Staaten der Erde die Todesstrafe ganz abgeschafft oder wenden sie in der Praxis nicht mehr an, nur eine Minderheit übt diese Praxis noch aus. Erfreulicherweise gibt es auch in diesem Jahr wieder positive Nachrichten zu vermelden: So hat der Bundesstaat Nebraska in den USA die Todesstrafe abgeschafft. Damit haben in den vergangenen sieben Jahren sieben US-Staaten diesen Schritt getan und die Zahl der Bundesstaaten ohne Todesstrafe auf 19 erhöht. Diese Fortschritte belegen einen unaufhaltsamen Trend zu einer weltweiten Abschaffung der Todesstrafe, zu der Papst Franziskus bei seiner Rede im US-Kongress vor einigen Wochen die politischen Vertreter des Landes dringend ermutigt hat. Leider bleiben auch besorgniserregende Nachrichten nicht aus. Insbesondere aus den Krisengebieten des Nahen Ostens und asiatischen Ländern sind wieder steigende Vollstreckungszahlen und teilweise grausame Hinrichtungen zu registrieren, die eindringlich die Bedeutung dieses globalen Einsatzes für eine Kultur des Lebens vor Augen führen.


Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung mit über 60.000 Mitgliedern in 74 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Sie engagiert sich unter Beteiligung zahlreicher Organisationen in der World Coalition against the Death Penalty im Kampf gegen die Todesstrafe und hat die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben“ gegründet. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Für die 1998 initiierte Unterschriftenkampagne für ein Moratorium der Todesstrafe hat die Gemeinschaft Sant’Egidio bisher fast 6 Millionen Unterschriften gesammelt. Außerdem pflegen Mitglieder von Sant’Egidio weltweit Hunderte von persönlichen Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und unterstützen viele im persönlichen Einsatz.


Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.santegidio.de.