In der kommenden Woche beginnen die ersten Arbeiten für die Gestaltung der Landesgartenschau Papenburg im nächsten Jahr.
„Wie es meistens so ist, wenn etwas Neues entsteht, sind Eingriffe in das Bestehende, hier also in den Strauch- und Baumbestand des Stadtparkes, unvermeidlich“, weiß Frank Leißner, Technischer Leiter der Landesgartenschau-gesellschaft. „Wir bemühen uns jedoch, behutsam vorzugehen, und den ja insgesamt noch recht jungen Baumbestand zu schonen, haben die wenigen notwendigen Rodungen auf ein Mindestmaß begrenzt und sie nach dem Naturschutzrecht mit der Unteren Naturschutz-behörde des Landkreises sowie den örtlichen Naturschutzverbänden abgestimmt!“
Weiter hinten im Bestand, Richtung Deverweg, klopft ein Specht, als wüsste er, dass es jetzt auch um ihn geht – am Weg stehen am Nachmittag des 12. Februar Vertreterinnen und Vertreter des Gartenschau-Planungsbüros RMP Landschaftsarchitekten, der Stadt Papenburg, der Landesgartenschaugesellschaft und der Papenburger Naturschutzverbände. Fläche für Fläche geht die Gruppe die markierten Bäume und Sträucher ab und prüft unter anderem ihre
Bedeutung für die Fledermauspopulationen, die im Stadtpark vorkommen. Im Bereich des späteren Baumwipfelpfades konzentrieren sich die Arbeiten, dort werden elf Bäume und einiges an Unterholz und Sträuchern fallen – diese Eingriffe werden, wie weitere punktuelle Rodungsmaßnahmen, an anderer Stelle im Park ausgeglichen.
„Selbstverständlich werden die Maßnahmen beantragt und mit einer Eingriffs-/Ausgleichbilanz versehen“, versichert Leißner. Die notwendige artenschutzrechtliche Prüfung erfolge in Abstimmung mit dem Landkreis Emsland als Unterer Naturschutzbehörde, erklärt Hermann Schwede vom Bauordnungsamt der Stadt. Da es bereits Abstimmungstermine gegeben habe, habe der Landkreis den Maßnahmen zugestimmt.
Auch in der Nähe des klopfenden Spechtes werden einige Bäume gefällt, sie bleiben als Totholz und Unterschlupf für Kleintiere in dem Waldstück liegen. Hier sind die Fällungen von den Verbänden erbeten, um einen artenreicheren Waldaufbau zur Landesgartenschau zeigen zu können. „Neupflanzungen mit entsprechenden Baumarten sind natürlich geplant!“, sagt Karl-Heinz Augustin, der für die AG Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems
(Regionalverband Unterems) und den Naturschutzbund Emsland-Nord (NABU) spricht.
Seitens der Landesgartenschau und der Stadt wurde den Verbänden ein Waldstück zur Gestaltung eines Fledermauslebensraumes und –lehrpfades überlassen, das zu einem
interessanten Beitrag zur Landesgartenschau zu werden verspricht, so Manfred Börger, ebenfalls ein Verbandsvertreter. Auch eine Benjeshecke sei geplant. Nahe dem Gelände von OBI müssen zwei Erlen einem Weg weichen, dafür entsteht jedoch ein Fledermaushotel, vereinbarten die Akteure.